Donnerstag, 17. November 2016

Jojo Moyes - Ein ganzes halbes Jahr

"Louisa Clark weiß, dass nicht viele in ihrer Heimatstadt ihren etwas schrägen Modegeschmack teilen. Sie weiß, dass sie gerne in dem kleinen Café arbeitet und dass sie ihren Freund Patrick eigentlich nicht liebt. Sie weiß nicht, dass sie schon bald ihren Job verlieren wird - und wie tief das Loch ist, in das sie dann fällt.

Will Traynor weiß, dass es nie wieder so sein wird wie vor dem Unfall. Und er weiß, dass er dieses neue Leben nicht führen will. Er weiß nicht, dass er schon bald Lou begegnen wird."


Ich hatte hierzu erst den Film, welcher Juni 2016 erschien, mit einer guten Freundin im Kino angesehen und hatte mich auf das Schlimmste eingestellt - Schnulze, Kitsch und Schluchtpotential hoch 100. Versteht mich bitte nicht falsch, ich mag (herzzerreißende) Liebesgeschichten, aber irgendwo ist auch mal ein Punkt. (<-- thihi, Punkt) Ich war ehrlich begeistert und mitgerissen von dem Film, dass ich mir noch das Buch kaufen sollte.


In der Geschichte werden die Leben von Will & Lou beschrieben, welche nicht unterschiedlicher sein könnten und unter normalen Umständen wohl auch nie zusammen geführt hätten. Will - der erfolgreiche Jungunternehmer, der sich alles leisten kann, mit seiner super glamourösen  Freundin und ebenso extravaganten, luxuriösen Freunden.
Will wird in einen Unfall verwickelt und landet dadurch im Rollstuhl. Er ist ab sofort pflegebedürftig und ist komplett unselbstständig. Louisa muss zum Jobcenter, da sie in ihrem alten Job gekündigt wurde. Hier wird ihr ein gut bezahlter Job als Pflegerin für ein halbes Jahr angeboten, bei dem sie sich vorstellen soll - so kreuzen sich die Wege...
Will erkennt das Potential in Lou und versucht dieses mit zunächst einfachen kleinen Dingen aus ihr raus zu holen und das Leben anders wie bisher zu betrachten. Beispielsweise Filme mit Untertiteln anzusehen, in Erfahrung zu bringen was Lou mit ihrem Leben vorhat. Diese Szenen werden schön und mit viel Liebe zum Detail erzählt.


Louisa - das Mädchen von Nebenan, welche sich jeden Penny hart erarbeiten muss, einen farbenfrohen Kleidungsstil besitzt und nicht so recht aus ihrer Haut raus kann. Aber irgendwie passt sie nicht so recht in ihr Leben.

Es wird nicht nur von schönen und rosigen Tagen erzählt, sondern eben auch von den Gedanken und Gefühlen die Will plagen - gestern sportlich aktiv und gefühlt jeden Tag in einem anderen Land und heute an einen Rollstuhl gefesselt mit Pflegepersonal mit dem Wissen, nie mehr selbstständig sein zu können. Mit den ersten Annäherungsversuchen zwischen Will und Lou wird langsam an die tatsächlichen Problematiken seines Unfalls und dem neuen Alltag hingeführt.

Es wird mehr Augenmerk auf die alltäglichen Hindernisse gelegt, welche es gilt zu überwinden: Will ist sehr anfällig gegenüber Krankheiten und liegt oft im Krankenhaus, leidet wegen der plötzlichen Bewegungsunfähigkeit an Depressionen, hat gefühlt eine ganze Apotheke daheim, hat kaum Lebensfreude und Erkundungsdrang, uvm.
Lou ist eingestellt, um ihm wieder die schönen Dinge im Leben zeigen, dass man trotz Einschränkungen/Änderungen eine erfüllte und erlebnisreiche Zeit haben kann. Die eigentliche Liebesgeschichte spielt sich in meinen Augen eher im Hintergrund ab und wirkt vielleicht deshalb nicht allzu kitschig - einfach nur wahnsinnig romantisch.


FAZIT:

Ich finde das Buch, wie auch den Film, absolut gelungen und toll umgesetzt. Wie erwähnt, handelt es sich nicht ausschließlich um eine Liebesgeschichte, sondern beide (Louisa & Will) fordern sich gegenseitig auf deren Leben sinnvoll und mit Erinnerungen zu prägen. Das man seine Wünsche und Neigungen in einer Beziehung nicht aufgeben muss, man sich selbst treu sein sollte. Aber wenn die Liebesszenen beschrieben wurden, waren diese nicht zu theatralisch oder gar kitschig geschrieben. Das Buch ist von der ersten bis zur letzten Seite fesselnd und toll!

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